(Also wenn der Titel jetzt mal nicht verdammt Lust aufs Lesen des folgenden Reise-Updates gemacht hat, dann weiß ich aber auch nicht...*kicher*)
Hat mich doch das Unterwegs-Sein und tolle Sachen-Erleben derart in Anspruch genommen, dass ich erst heute, schon beinah zwei Wochen nach dem letzten Bericht vom Berg (im wahrsten Sinne des Wortes), wieder Zeit und vor allem Muse finde, umfassend über meinen Verbleib zu informieren. Satt und zufrieden, körperlich erschöpft und dummerweise total sonnenverbrannt von beinah Kopf bis Fuß sitz ich gerade bei sperrangelweit geöffneten Fenstern und Türen aufm Bett in meinem Zimmer in einem netten Familien-Gästehäuschen in einem Dörfchen namens Kasol. Findet man auf normalen Landkarten nicht, weils wirklich winzig ist und mitten im Wald des Parvati-Valleys liegt. Es ist 21.30 Uhr, noch herrlich warm und kleine böse Moskitos schwirren draußen ums Balkonlicht (und manchmal auch um mich *hmpf*) herum. Aber mal lieber der Reihe nach, sonst vergess ich noch wichtige Details ;).
Leh (und damit schließlich Ladakh und den Bundesstaat Jammu & Kashmir) hab ich am vorletzten Dienstag verlassen, ohne den Trip ins Nubra-Valley (wo man die höchste Passstraße der Welt befährt und dann dort Dünen und Kamele anschaut, hab ich gehört) gemacht zu haben. Irgendwie hat sichs nicht ergeben, bzw. hab ich mich zu spät um die Organisation gekümmert, so dass das alles zu lange gedauert hätte. Ich hatte auch keine große Lust mehr auf braune Berge und kühle Temperaturen und wollte endlich mal weiter ziehen :). Also gings nach letzten Einkäufen auf den Märkten und (mehreren) letzten Essen- und Teesessions mit den Kashmir-Jungs - (und nach grandios gewonnenem Viertelfinale – yeah!) - Dienstag früh um 4:30 Uhr per öffentlichem Bus auf die Reise nach Manali – laut Reiseführer ein bei Backpackern und Hippies sehr beliebter Ort zum Abhängen und/oder Abenteuererleben. Na, wenn das nicht vielversprechend war. Die 480 km nach Manali hätte man auch in einem Rutsch per 20stündiger Fahrt in einem Minibus oder Jeep buchen und bestreiten können, allerdings werden die bequemen Touristen unter uns damit ganz schön zur Kasse gebeten, weils gleich mal das Doppelte kostet. Außerdem machts doch viel mehr Spaß, in einem rostigen, klapprigen, ziemlich verdreckten und mit Indern vollbesetzten Public-Bus mit klebrigen, durchgesessenen und zu engen Sitzen und undichten Schiebefenstern und manuell zu schließender Tür, durch deren Ritzen es durchschneit, zu fahren, mit traditioneller indischer Musik beschallt zu werden und ständig an unsichtbaren Haltestellen Mitfahrwillige quasi im Vorbeifahren aufzulesen oder abzusetzen. Vorstellbar, oder? ;)
Irgendwas war am Essen am Montagabend schlecht, so dass ich die wenigen Nachtstunden, die ich zum Schlafen hatte, auch noch unter Bauchschmerzen und Übelkeit verbracht hab. Die letzten Sachen zu packen, loszukommen und die drei Kilometer vom Guesthouse im Norden zur Busstation im Süden der Stadt mit knapp 30kg Gepäck und Magenproblemen in morgendlicher Dunkelheit zurückzulegen, hat dann doch alles irgendwie länger gedauert als geplant (dabei haben die überall freilaufenden herrenlosen Stadthunde schon dafür gesorgt, dass ich maximales Lauftempo drauf hatte). Ich habs natürlich fertig gebracht, beim ersten wirklich wichtigen „Termin“ seit langem zu spät zu kommen und zum ersten Mal war ich dankbar, dass Zeit und Zeitangaben in Indien nicht besonders ernst genommen werden. Als ich krafttechnisch völlig am Ende und triefend nass geschwitzt 10 Minuten nach Abfahrtszeit am Bus ankam, waren noch lange nicht alle da und aus 4.30 Uhr wurde ohne Eile und Not mal eben 5.15 Uhr, bis es schließlich los ging… :D Der große Rucksack musste zu den anderen großen Gepäckstücken aufs Dach gepackt werden – was in Ordnung ist, solange es nicht nach Regen aussieht, denn Regenplanen bekommen nur die bequemen Touris unter uns übers Gepäck geschnallt… Die Fahrt sollte nach Plan nach etwa 12h gegen Abend zunächst in Keylong enden, wo man kurz in irgendeinem Guesthouse übernachtet, um am nächsten Morgen die letzten 6-7h nach Manali zurückzulegen. Soweit die Theorie. In der Praxis war natürlich alles nicht so langweilig; da wurde dafür gesorgt, dass ich zu Hause was zu erzählen hab ;).
Eigentlich war alles schön und entspannt bis gegen 15/16Uhr. Ich hatte nen Fensterplatz, hatte schön zu gucken, bisschen schlafen ging auch. Ab und zu wurde gehalten, alle sprangen ausm Bus und betrieben im Kollektiv Den-Abhang-Hinunter-Pinkeln (die einzige weitere Frau im Bus neben mir hat wahrscheinlich dieselbe Taktik des Wenig-Trinkens angewendet, die blieb auch meistens sitzen…). Zu gucken gabs so einiges – es ging nämlich mal wieder durch und über die Berge (diesmal wars der zweithöchste Pass, den wir zu erklimmen und zu befahren hatten). Also wieder gewagteste Serpentinen (ohne Leitplanken, versteht sich) hinauf geschnauft, meist im Schleichtempo und besonders spannend wurde es immer, wenn ein dicker Lastwagen entgegenkam und einer von uns beiden rückwärts fahren musste, um an eine Stelle der Straße zu kommen, an der wir aneinander vorbeipassten. Das beherrschen die aber echt perfekt, da hab ich keine Bedenken mehr. Ungemütlich wurde es dann oben aufm Pass, als das Wetter umschlug und es nicht nur heftig regnete, sondern auch noch zu Schneestürmen anfing. Es pfiff mächtig durchs Fenster und die Tür, hinter der ich blöderweise saß und es wurde echt so richtig kalt. Die netten indischen jungen Männer, die hinten im Bus saßen und auch auf Reisen im Norden Indiens waren, kamen glücklicherweise, wenn auch spät, auf die Idee, das Gepäck besser vom Dach rein in den Bus zu holen, denn die letzte Sitzbank war noch frei , wo wir es dann deponieren konnten. Trotz Regenschutzhülle war mein Backpack allerdings schon ordentlich durchnässt und ein paar Klamotten und Schlafsack klamm und feucht :(.
Irgendwann waren wir so weit oben, dass links und rechts der Straße der Schnee meterhoch lag, bzw. aufgeschoben war – und genau da, irgendwo mitten aufm Schneepass, ging auf einmal nix mehr weiter. Der Bus stand wo er stand – diesmal nicht, weil die Gangschaltung kaputt gegangen war, sondern weil wir in einen riesigen Stau geraten waren. Nix ging mehr aufm Pass – wie wir viele kalte Stunden später erfuhren wegen einer Schneelawine, die die Straße versperrte und die erst weggeräumt werden musste. Die erste Stunde wusste keiner Bescheid, auch der Fahrer nicht, der wartete halt auch erstmal ab. Beunruhigend wurde das ganze erst, als es draußen langsam dämmerte, wir uns immernoch keinen Zentimeter bewegt hatten und der Busfahrer ewig nicht zurückkam, nachdem er loszog, um zu schauen, was los war. Ich zog mir währenddessen kontinuierlich weitere Schichten Klamotten über und eigentlich hatten wir sogar sowas wie Spaß während des Wartens auf News. Ich hatte meinen Sitzplatz mittlerweile weg von der Tür nach hinten zu den Jungs verlegt, da wars schon ein klein bisschen weniger kalt, und wir spielten lustige Kartenspiele. Nur mein Bauch hat genervt, hatte dolle Schmerzen :(. Als der Fahrer allerdings zurückkam, verkündete der, dass wir uns drauf einstellen sollen, die Nacht im Bus an Ort und Stelle verbringen zu müssen (Dank an die Jungs, die immer so freundlich übersetzten). AAAAAAAAHHHHHHHHHHHHH. Ich hatte schon mindestens drei abgefrorene Zehen (weil meine doofen Schuhe auch jeden Tropfen Wasser reinlassen) und schlotterte nur noch, hatte Bauchkrämpfe und so überhaupt keine Lust, in diesem Zustand im Bus schlafen zu müssen. Bei -10 Grad. Oder so. Aber es gab ja keine Alternative. Also wurde ALLES an- und übereinandergezogen, was ich besaß und was nicht grade völlig durchnässt war. Mein Gott, was war ich froh und glücklich, dass ich NICHT, wie eigentlich mal vorgehabt, die „Wintersachen“ per Paket nach Hause geschickt hatte, bevor ich Leh verlassen hab (weil das Zeug eigentlich viel zu viel Platz wegnimmt, der viel besser mit neuen Einkäufen zu füllen wäre – aber Paket war mir zu teuer angesichts der wenigen Wochen, die ich noch Gepäck schleppen muss). Einer der Jungs lieh mir noch ein Paar schöner warmer Handschuh und offenbar sah ich derart mitleiderregend aus, dass ich auch noch den Schlafsack von einem anderen bekommen hab, der glücklicherweise die ganze Zeit im Bus und daher nicht nassgeschneit war. SO war es dann tatsächlich irgendwie aushaltbar, was die Kälte betrifft, mittlerweile war es draußen stockdunkel, alle Fahrzeuge hatten ihre Lichter aus und jeder versuchte, zu schlafen. Klappte in meinem Fall sogar für ein paar Stunden, bis ich plötzlich aufwachte und mein Magen sich sehr spontan entleeren wollte…gut, dass ich am Fenster saß…
Gegen 23 Uhr wurde es dann auf einmal hell und laut – es ging weiter!!! Allerdings nur für 5 Minuten, dann war wieder Stillstand. So ging das ein paar Mal, bis es schließlich wirklich hieß, die Straße sei frei und wir könnten nun durchfahren! :) So ging es dann nun auch weiter, in tiefer Nacht immer weiter den Berg hinunter, bis wir gegen 2 Uhr morgens Tatsache in Keylong ankamen. Puh. Doch die Odyssee ging weiter… Eigentlich fahren mehrere Busse täglich von Keylong nach Manali; der nächste sollte 4, der übernächste 6 Uhr fahren. Da um die Zeit eh kein Guesthouse mehr zu finden war, machten wir es uns auf den Bänken der Busstation „bequem“ – für zwei Stunden, so dachten wir, kein Problem. Immerhin war die Station überdacht (es regnete Bindfäden), aber ansonsten offen und daher bitterkalt… Die Stunden vergingen, es wurde hell, mehr und mehr Leute mit Gepäck gesellten sich zu uns – doch es passierte nix, keine Busse verließen die Station. Informationen (und vorallem verlässliche) einzuholen, gestaltet sich in Indien generell schwierig (so meine bisherige Erfahrung ;)), so dass wir bis um 11 Uhr warteten, immer wieder auf noch später vertröstet wurden, bis es schließlich definitiv hieß, dass heute niemand mehr irgendwohin fahren wird, weil wegen des Regens die Straßen (passender wäre die Bezeichnung „Feldwege“) unpassierbar seien. Mir war mittlerweile ziemlich alles egal, ich wollte nur noch heiß duschen und ins Bett und war deshalb zufrieden, dass endlich mal ne Ansage gemacht wurde. Ein Mädel aus Israel, dass schon die Nacht vorher in Keylong war und nun auch nicht weg kam, nam mich mit in ihr Guesthouse-Zimmer, wo noch ein Bett frei war und noch zwei Freunde von ihr wohnten. Heiße Dusche, Zimmer mit toller Aussicht auf die mittlerweile grünen (!!!) Berge, sogar nen Fernseher gabs, auf dem wir um Mitternacht das traurige Halbfinale anschauten – alles war gut :). Am nächsten Morgen standen wir dann wieder voller Hoffnung an der Busstation und erst hieß es wieder, keine Busse nach Manali – doch auf einmal gings doch los, alle sprangen in den Bus, es wurde geschubst und gedrängelt, jeder wollte weg :D. Im Bus erfuhren wir dann, dass wir nur auf gut Glück mal fahren, um zu schauen, wie weit wir kommen. Wenns nicht weitergeht, müssen wir eben wieder umkehren oder unterwegs in irgendnem Dorf bleiben. Incredible India. Diesmal aber ging alles gut, wir waren zwar 3h länger als geplant unterwegs, aber kamen schließlich doch am späten Nachmittag in Manali an!
Dort und hier wo ich grad bin sieht alles völlig anders aus, als oben in Ladakh. Die immernoch sehr hohen und majestätischen Berge sind grün, es gibt viel Nadelwald, mächtige Wasserfälle, rauschende Gebirgsbäche – eine wahnsinnig schöne Landschaft. Manchmal siehts ein bisschen aus wie Kanada, manchmal wie Irland, manchmal wie die Natur in „Herr der Ringe“ (Neuseeland glaub ich).
In Manali hab ich dann ein paar sehr entspannte und fröhliche Tage verbracht. Vom Balkon vor den Zimmern sah man die umgebende Berglandschaft, es gab sogar Internetzugang (der manchmal funktionierte) und das Klima war sehr angenehm. Warm genug für FlipFlops und T-Shirt, nicht zu schwül – super. Überall roch es stets und ständig nach Marihuana – offiziell zwar verboten, aber weder aus dem Handel, noch aus dem Konsum wurde irgendein Geheimnis gemacht – und überall gabs Dreadlocks, einen sehr legeren Hippie-Kleidungsstil und Raggaemusik zu sehen und zu hören. Und Israelis. Wohin das Auge blickte israelische Backpacker! In der Regel total herzliche und offene Menschen, die zumeist in Scharen auftreten und deren Sprache (Hebräisch) sehr lustig klingt. Wie ich gelernt habe, MÜSSEN ALLE jungen israelischen Männer UND Frauen nach der Schule einen zwei-jährigen Wehrdienst antreten. Wer sich weigert, kommt ins Gefängnis. Und danach gehen dann alle reisen, meistens nach Asien oder Australien/Neuseeland oder alles auf einmal. Meine Zimmernachbarn waren ausnahmsweise keine Israelis, sondern zwei Pärchen aus Deutschland und Schweden, die eigentlich an dem Tag, als ich ankam, nach Leh hoch reisen wollten. Doch die saßen für drei Tage fest, weil wegen eines Erdrutsches nun gar kein Durchkommen mehr zwischen Manali und Keylong war (hatte ich ein Glück!). Gut für mich, denn so hatte ich sehr nette Gesellschaft beim Spazieren am Fluss, bei Ausflügen in ein andres Hippie-Dorf mit Tempel und Kühen und noch mehr Israelis und zum Essen und Rumsitzen in den vielen netten kleinen Cafes oder aufm Balkon. Da Hannah auch ein Pferdefreund war und in der Nähe Reitausflüge angeboten wurden, sind wir zusammen dahin gefahren und ließen uns auf das Versprechen eines einstündigen Ausritts zu einem Tempel ein. Auf armen kleinen Pferdchen, die den ganzen Tag gesattelt und angebunden an nem Baum rumstehen und auf Touris warten :(. Wir mussten den Pferdeführer dann erstmal davon überzeugen, dass wir nicht am Führstrick wie auf nem Dorffest den Berg hoch geschleift werden, sondern selber reiten wollen. Die Ponys waren aber eh abgestumpft und reagierten eigentlich nur auf die Pfiffe und Schreie des Pferdemannes und trotteten den einzig möglichen Pfad den Berg hinauf. Immerhin war die Landschaft schön anzuschauen :). Nach 15 Minuten sollten wir dann absteigen und einen Spaziergang den Fluss hinauf zu nem Wasserfall und dem Tempel machen, um dann wieder den Berg hinunter zu reiten. Na prima. Wir hatten doch für einen Ausritt bezahlt! Mit Händen und Füßen haben wir das dem Pferdetyp verständlich gemacht (der nur gefühlte 10 Worte Englisch konnte), der schließlich aufgab und uns tatsächlich vom gewöhnlichen Pfad abweichend noch ein paar andere Pfade entlangführte, uns durch einen wild rauschenden Fluss schickte (was mir so gar nicht geheuer war) und dann noch gut Zeit rumbrachte, indem er ständig Fotos von uns mit meiner Kamera machen wollte. Als wir dann wieder runter ritten und der Typ ständig fragte, ob wir die Stunde nun voll gemacht hätten, musste ich ob dieses wohl absurdesten Ausritts, den ich je gemacht hab, nur noch kichern und lachen :D. Zurück in Manali musste ich mir dann auch noch eine herrliche ayurvedische Rückenmassage mit heißen Steinen verpassen lassen (gabs an jeder Ecke), weil sich wohl beim Aufsteigen aufs Pony irgendwas ausgeklingt hatte und ich dolle Kreuzschmerzen hatte (wollte ich sowieso machen, so hat sichs auch noch doppelt gelohnt :)).
Am Dienstag gings dann wieder per Public-Bus, aber diesmal zu Tag-Zeiten und ohne jede Komplikation, weiter, und zwar nach Süd-Westen, in ein Tal namens Parvati-Valley. Auch das Dorf hier ist hauptsächlich von israelischen Travellern bevölkert – manche Schilder und Speisekarten sind sogar auf Hebräisch beschrieben! Hier macht man Station, um sein großes Gepäck zurückzulassen und sich für ein paar Tage auf Wander-, bzw. Bergsteigetour zu begeben. Mein Ziel waren die Heißen Quellen von Khir Ganga – ein Ort hoch oben auf dem Berg, wo sehr heißes Wasser aus dem Felsen sprudelt. Mit Bus und Taxi (weil der Anschlussbus mal wieder nicht kam und es immer später wurde) gings zu dem Ort, von wo aus der Trek (auf deutsch: Wanderroute) startete. Weil man allerorts von vielen schauerlichen Geschichten hört, wo Alleinreisende beim Wandern im Parvati Valley unauffindbar verschollen sind, hab ich mich von einem einheimischen Guide (auf deutsch: Weg-Zeiger; ein kleiner, drahtiger, alter Mann) die knapp 3 Stunden recht anstrengenden Waldpfades den Berg hinauf führen lassen. Dieser hüpfte leichtfüßig den felsigen, schlammigen und verwurzelten Pfad, unterbrochen von Bächen, die man per Baumstamm oder Von-Stein-zu-Stein-Hüpfen überquerte, hinauf, als hätte er noch nie was anderes gemacht (hat er vielleicht auch nicht), während ich gehörig schwitzte und schnaufte… Alle Mühen waren es sowas von wert: oben angekommen hatte man einen zauberhaft idyllischen Blick über eine grüne Alm mit ein paar rausguckenden Felsen, mit grasenden Kühen und Pferden und einer mächtigen Bergkette gegenüber mit Wasserfällen und sogar noch ein bisschen Schnee auf den Bergspitzen. Es gab Hütten und Zelte zum Übernachten und Essen und ganz oben eine kleine Anlage mit zwei Pools, in die das heiße Wasser aus der Quelle geleitet wurde. Einer der beiden Pools war von einer Bretterwand umgeben – das war der Pool für die Frauen…einerseits ganz gut, da man so auch nackig baden und rumliegen konnte, andererseits war die Aussicht natürlich stark eingeschränkt (immerhin sah man die Gipfel des gegenüberliegenden Bergzuges)und nicht zu vergleichen mit dem Baderlebnis, das die Männer genießen durften. Hmpf. Das Wasser aus der Quelle ist heilig und wegen seiner Mineralien und anderer Inhaltsstoffe wohl außerordentlich gesund und heilsam. Und es ist nicht nur heiß, sondern eigentlich hat es fast gekocht. Man musste sich schon sehr zusammenreißen, um in den Pool zu steigen und länger als ein paar Sekunden hat mans nicht ausgehalten. Also sind wir immermal kurz abgetaucht und lagen danach faul in der Sonne rum und haben den Himmel angeguckt. Traumhaft. Beim Morgenbad am nächsten Tag hab ich die Sonnenkraft dann ordentlich unterschätzt und leide jetzt ziemlich unter einer feuerrot verbrannten Front meines Körpers… (Alter schützt vor Torheit nicht. Oder so.) Rückwärts hab ich mich gestern einem netten israelischen Pärchen angeschlossen, die ihr Gepäck von einem Guide haben schleppen lassen, der trotz der 20kg aufm Rücken uns quasi permanent davon rannte und auf uns warten musste, weil wir so schnell nicht hinterher kamen. Verrückt.
Tja, und jetzt sitz ich hier an einem wunderhübschen Fleckchen im Wald von Kasol am laut rauschenden Fluss auf einem großen Stein und tippe schon wieder seit zwei Stunden. Es ist sehr warm und fast ein bisschen zu schwül, im Schatten aber herrlich. Mein Gepäck steht fertig gepackt noch im Guesthouse, das hol ich nachher ab, wenns um 17 Uhr mit dem Bus wieder weiter geht. Heute geht’s nämlich noch per Nacht-Fahrt nach Daramsala – da, wo der Dalai Lama wohnt und seine Exil-Regierung seinen Sitz hat. Will noch ein bisschen Yoga praktizieren und man kann wohl Kurse in indischer und tibetischer Kochkunst besuchen :).
Nur noch ein bisschen mehr als eine Woche und ich werde im Flieger der russischen Aeroflot über Moskau wieder nach Hause kommen (wenn das mal gut geht ;)). Ich freu mich – über meine Restzeit, die mir hier noch bleibt, genauso, wie aufs Heimkommen. Seid alle lieb gegrüßt!
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Also, wie erwartet mangelt es dir noch immer nicht an Abenteuern ;)
AntwortenLöschenVielen Dank für einen weiteren ausführlichen Erlebnisbericht und noch ein paar weitere Erlebnisse auf deiner Heimreise, aber natürlich ohne Verletzungen oder Fliegerverpassen.
Fühl dich ganz fest gedrückt!!!
Die kleine Claudi
heißt das, du bekochst uns ausgiebig wenn du wieder hier bist? ;-) ich freu mich drauf. (also, dass du wieder hier sein wirst) aber warum aeroschrott???
AntwortenLöschenzurueckdruecker claudi!
AntwortenLöschenmal sehen, franzi ;). und aeroschrott, weils die guenstigsten waren. was sonst. ;) wird schon schief gehen :)
Mariaaaa! Ich muss doch eigentlich lernen... da kannste nicht so lange Texte schreiben! ;-)
AntwortenLöschenIch wünsche dir noch viel Spaß und Abenteuer.. heb dir ein paar gute Geschichten auf, die du mir in Dresden bei Kakao und Kuchen erzählen kannst. ...hier ist es übrigens seit gut einer Woche konstant über 30 °C... freu dich schon!