Mittwoch, 2. Juni 2010

Buddha überall.

Jolay liebe Mitlesende :) ! Dienstag ist‘s heut schon wieder und der erste Juli (okay, jetzt ists schon wieder Mittwoch, weil gestern das Netz schon wieder im Eimer war ;) - und natürlich ist's erst Juni...danke Martin und Fränz ;)). Verrückt. Die Zeit vergeht recht flott mittlerweile, was wohl dem geschuldet ist, dass die letzten Tage immer was Nettes zu unternehmen anstand. :).

Letzten Donnerstag wurde ja hier Buddhas Geburtstag gefeiert, und zwar mit einem bunten Festumzug durch Leh. Die Schüler aller Schulen hatten schulfrei und zogen in ihren Schuluniformen in einem eeeewig langen Marsch durch die Stadt, hoch zum Leh Palace und zu nem Kloster und wieder zurück, dazwischen gabs hübsch geschmückte Lastwagen mit kostümierten Kindern, die Szenen aus Buddhas Leben nachstellten. Hannah und ich sind ein Stück mit marschiert, kamen uns dann allerdings blöd dabei vor, von Touristen wie unsereins, die am Straßenrand standen, angeguckt und fotografiert zu werden… :D… und haben uns beizeiten unauffällig abgesetzt. Sind Kaffeetrinken und Kuchenessen gegangen (schon ein paar Tage alt gewesen die Backwaren, aber dennoch lecker) und sind dann später wieder zum Event dazugestoßen, als der Umzug 2h später auf dem Festplatz ankam. Dort gabs dann auf ner Riesenbühne mit Riesenpublikum ein Programm aus laaaaang(weilig)en Reden (weil auf Ladakhi) und sehr unterhaltsamen traditionellen Tänzen und Gesängen in ebenso traditioneller Kleidung. Als unsre Schulmädels dann endlich dran waren mit ihrem Lied haben wir uns dann aber auch wieder verdrückt, weil ein übler Sturm mit Windhosen und Regen und Sandwirbelungen aufgezogen war und wir uns den A**** abfroren. Sind sehr lecker indisch Mittagessen gegangen (kostet nicht mehr als ein Mensa-Essen und man ist für den Rest des Tages pappsatt) – natürlich ohne Reis als Beilage, sondern mit leckerem Naan, einem dünnen ausgebackenen Fladenbrot, was es in allen möglichen Varianten mit Käse, Knoblauch, Butter usw. gibt. Danach noch ein bisschen shoppen, Kühe begucken und per Taxi wieder heim. Freitags gabs dann noch einen dreistündigen „Buddha-Dienst“, genannt Puja, der ja sonst auch immer sonntags stattfindet, um nochmal Geburtstag zu feiern. Himmel, das war vielleicht anstrengend – nicht nur, dass es um zwei anfangen sollte und es tatsächlich erst kurz vor drei anfing, weil der Obermönch halt einfach später kam - so dass wir 4 Stunden (!) dort gesessen haben (natürlich nicht ausschließlich im Schneidersitz, das krieg ich nach wie vor sooo lange dann doch nicht hin ;)). Auch anstrengend war, dass der Obermönch diesmal nur in Ladakhi sprach (war ja quasi Weihnachts-Gottesdienst, da isses schon wichtig, dass alle verstehen, was er sagt und die wenigsten können wirklich gut Englisch) und wir quasi 4 Stunden blablabla ausgesetzt waren…naja, und zwischendrin einfach abhauen wär nun auch nicht besonders höflich gewesen. Also Augen zu und über was Schönes nachgedacht und abwarten. Ich möchte behaupten, die tägliche Meditationsübung zeigt schon erste Erfolge bezüglich Geduld und Gleichmut ;).

Am Samstag gab‘s dann noch einen letzten Ausflug gemeinsam mit Hannah, nämlich zum berühmtesten und größten Kloster hier in der Nähe in Hemis und noch einem anderen Kloster auf dem Weg dahin. Tashi, die Girls Hostel-„Vorsteherin“ und eine Freundin von ihr begleiteten uns, was cool war, denn einer ihrer vielen Brüder (7 Geschwister hat sie insgesamt, relativ normal hier) ist Mönch geworden und führte uns im Kloster rum und lud uns noch zum Tee ein :). Die Klöster hier sind wirklich toll – alle hoch oben in den Bergen oder direkt  auf ner Bergspitze gebaut, in großer Farbenpracht, meist mit ner Ausstellung historischer Gegenstände und Kostbarkeiten aus der Region und dann die Gebetsräume! Mit riiiiisiegen Buddha-Stauen und sehr sehr alten Gemälden, Masken und kleinen buddhaähnlichen Statuen in gläsernen Schreinen. Und immer liegen Opfergaben wie Geldscheine, Saft-Tetrapacks oder Cola-Flaschen, viel Obst und Nüsse (was die Mönche nach ein paar Tagen verspeisen dürfen) aber auch schonmal ein Haarreifen oder Ohrschmuck auf den Altaren. Was die Mönche wohl damit machen mögen…

Gestern ganz früh haben wir Hannah zum Flughafen gebracht – sie dürfte jetzt mittlerweile daheim angekommen sein und Erdbeeren essen können. Ich bin wiedermal umgezogen, nun endlich an meinen eigentlichen „Arbeitsplatz“, das Girls Hostel. Das Zimmer ist recht finster und kühl, weil es nur zum (immerhin verglasten) Flur raus Fenster hat, aber es ist gemütlich da drin und es ist schön, mitten unter den Mädels zu wohnen und so am Girls-Alltag teilhaben zu können. Nachher geht’s zur Hausaufgaben-Hilfe für die Kleineren, danach eine Stunde quatschen mit den Älteren und dann Spielen mit denen, die Lust haben, bis zum Abendessen :).

Wettertechnisch macht man hier ganz schön was mit. Nachdem es letzten Freitag sogar kurz schneite, ist seit Sonntag sehr nettes Wetter gewesen – gestern hat die Sonne den ganzen Tag so geknallt, dass ich sogar nen leichten Sonnenbrand im Gesicht hab – trotz Sonnencreme! Warm ist’s aber trotzdem nicht, nur, wenn man sich unmittelbar in der Sonne aufhält. Die Luft hat geschätzterweise um die 8 Grad oder so…  Im Moment zieht der Himmel schon wieder komplett zu und die Bäume biegen sich im Sturm… :(

Alles Liebe nach zu Hause, wo ja der Sommer auch nicht so richtig Einzug halten mag, wie ich lese…

2 Kommentare:

  1. juli? kürzt du schon um nen monat ab? =D

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  2. Da oben vergeht die Zeit wohl wie im Fluge ;)
    Ja, das Wetter hier passt auch eher in den Oktober, nass, kalt, brrr.
    Und wir haben hier nicht mal Kühe :(

    Jolay,
    Claudi

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