Hallo ihr Lieben. Schon wieder ist nun mehr als eine Woche rum, seit dem ich zuletzt Neues vom Berg habe verlauten lassen. Allerdings kann ich diesmal nicht unbedingt behaupten, dass diese schnell rumgegangen wäre. Nicht nur, dass Hannah als Quatsch-und Unternehm-Gesellschaft weggefallen ist, zusätzlich hatten sich die Australier auch noch für 3 Tage ins Meditation-Center verdrückt (dort finden ab jetzt regelmäßig 3-Tages-Meditations-Kurse für Touris statt: 3 Tage lang meditieren, Yoga machen und dem Mönch zuhören – bei absolutem Rede- und Schreib-Verbot. Kostet aber extra und lockt mich jetzt nicht so. Die morgendlichen Sessions sind ausreichend gewinnbringend :)).
Mir fällt es heut ein bisschen schwer, die richtigen Worte zu finden, weil ich so viel mitteilen möchte… Neben durchaus auch beeindruckenden Beobachtungen ausm Girsl Hostel sind es heute vor allem die vielen negativen Dinge, die mir hier auffallen, die mich ärgern, die mir aufstoßen, die ich nicht ändern kann, die ich tolerieren muss… die auch dazu beitragen, dass ich Entscheidungen getroffen hab und die ich versuche, hier anzuschneiden, weil sie genauso zu meinen Erlebnissen gehören, wie all die tollen und angenehmen Dinge, die schon erleben und erfahren durfte.
Mein Tagesablauf hat sich nicht großartig verändert, seitdem ich im Hostel wohne. Meditieren und Yoga fiel die letzte Woche erstmal aus, weil eben diese 3-Tages-Kurse anliefen, die eigentlich nur für zahlende Gäste gedacht sind. Habe aber nun Sondererlaubnis und darf früh die erste Session Meditation und Yoga mitmachen – die sogar schon 5.30 Uhr startet und nicht 6.30 Uhr wie bisher. Allerdings kam ich vorgestern (der erste Tag des momentanen Kurses) wegen böser Kopfschmerzen und vorübergehendem Bauchgrimmen früh nicht aus den Federn und gestern wachte ich wieder mit nem geschwollenen Unterarm (diesmal der rechte) nach nächtlicher Bedbug-Attacke auf. Drum hab ich den dritten Tag heut auch sausen lassen, um die nicht-reden-dürfenden Kursteilnehmer nicht mit meiner plötzlichen Anwesenheit zu verwirren ;).
Frühstück gibt’s im Hostel um 7 Uhr. Die Mädels stehen schon 5.30 Uhr auf – ich hab letzte Woche einmal auch das Morgenprogramm der Mädels mitgemacht, mich dann aber aufgrund meiner gesundheitlichen Situation an den folgenden Tagen fürs „Ausschlafen“ bis 6.30 Uhr entschieden… ;) . Also: ab 5.45 Uhr is ne halbe Stunde Morgensport angesagt (ne Runde ums Gelände „joggen“, was eher ein unambitioniertes Vorsichhinstolpern ist – is aber auch kein Wunder, da die meisten gar keine Turnschuh haben, sondern diese Schaumstoff-Pantoffeln tragen…, und bissl Gymnastik), dann ne halbe Stunde Morgen-Buddha-Anbetung, was man sich folgendermaßen vorstellen muss: Im Hof werden dünne Teppiche ausgerollt. Darauf sitzen dann alle 120 Mädels in Reihen (man beachte: die haben gerade Sport gemacht, tragen einen dünnen Jogginganzug, sind barfuß oder mit löchrigen dünnen Söckchen, haben kein Kissen unterm Hintern, es sind um die 5 Grad… also ICH weiß, warum die alle krank sind…) und singen die Buddha-Mantra-Gesänge, die ich mittlerweile sogar mitsummen kann :), beim Text auf Ladakhi haperts dann aber doch noch… ;). Dann wird ein paar Minuten meditiert – allerdings nicht mit anleitenden sanften Worten von einem Mönch oder jemandem, der sich damit auskennt, sondern mit befehlenden harschen Worten von Tashi (die Hostel-Verantwortliche) im Militärston. Also mir fiel es schwer, unter dem Befehl „Close your eyes!!!“ eine entspannte, harmonische innere Haltung zum Meditieren zu finden…
Tashis Umgang und Umgangston mit den Mädchen ist in meinen Augen generell anzuzweifeln. Dieser Militärston (erhobene, laute, oft schreiende Stimme) ist ihr normaler Ton mit den Mädels zu sprechen. Sie ist auch der Meinung, dass die einzige Möglichkeit, mit den Mädels zurechtzukommen und respektiert zu werden, die ist, dass die Mädels Angst vor ihr haben… Wenn es während der Meditation so aussieht, als würde ein Mädchen grad am Einnicken sein (und das passiert bei den kleinen Mäusen hin und wieder – ich mein, manche sind grade mal 4 oder 5 und müssen früh um sechs ne halbe Stunde draußen sitzen und beten!), kriegen sie nen Tritt oder eins mit nem Stock über die Hände gezogen… Unglaublich, aber wahr. Oder eine andere Szene, als ne Reihe von Mädels, große wie kleine, 10 min zu spät zum Frühstück in die Essenshalle kamen – Tashi wartete an der Tür und verpasste jeder nen heftigen Fausthieb auf den Rücken zur Strafe. Die großen lachten drüber, die Kleinen rieben sich die schmerzende Stelle... Die Tatsache, dass niemand versucht, diese Methoden vor meinen Augen zu verstecken, ist ja Beweis dafür, dass sie das völlig normal finden und sich nicht darüber bewusst sind, dass die Zeiten, wo man körperliche Züchtigung anwendet, lange vorbei sind. Naja, zumindest eben bei uns… Auf meine Nachfrage bei Dechen hin (einer Lehrerin, mit der ich mich sehr gut verstehe), ob das wirklich nötig und angemessen sei, erklärte sie, dass es in der Schule den Lehrern zwar verboten sei, mit dem Stock zu schlagen, aber im Hostel sei es normal – ebenso wie innerhalb der Familien, die hier in Ladakh wohnen. Eltern würden ihre Kinder noch viel härter rannehmen. Als ich fragte, was der Obermönch dazu sagt – weil, ähm – Buddhismus und Kinder schlagen?!? Wie bitteschön verträgt sich das?! – räumte sie ein, dass er eigentlich sagt, dass nirgendwo geschlagen werden soll und darf. Aber da hält sich halt keiner dran. Und wahrscheinlich weiß er das auch. Keine Ahnung….
Zum Frühstück gibt’s für die Kinder meist das gleiche, was es auch zum Mittag oder Abendessen geben könnte: Also Reis mit Gemüse, ladakhische Suppe oder so dünne Brotfladen (sehen aus wie Tortillas, aus denen man Wraps macht, aber aus nem speziellen Teig) mit Gemüse. Für mich gibt’s immer diese Brotfladen mit Butter und Sonntags auch schonmal ein Rührei dazu :). Letzte Woche gabs aber sogar auch mal Weißbrot mit nem Klecks Marmelade – auch für die Kinder! Dazu gibt’s Tee – schwarz mit dicker Kondensmilch und viiiiel Zucker. Lecker! :) Den ladakhischen Buttertee (Schwarztee mit Butter und Salz!) hab ich nach einmal Kosten nie wieder angerührt – bäh! Nach dem Frühstück ist dann Zeit bis 9 Uhr, da sammeln sich dann alle im Hof und machen sich auf den Weg zur Schule (ist ein kurzer Fußmarsch von 10 Minuten). Bis dahin macht jeder so sein Zeug – Haarewaschen, Wäschewaschen, Hausaufgaben, Zimmer und Flure auskehren, Zöpfe flechten usw. Fast alle Wasch- und Körperhygiene-Tätigkeiten finden übrigens draußen in nem (immerhin) überdachten Waschraum mit eiskaltem Wasser statt. Ein bis zweimal die Woche wird Ganzkörper-geduscht, das dann immerhin drinnen in kleinen Duschräumen. Das ist wirklich sehr beeindruckend, wie die Mädels früh um acht bei bösester Kälte barfuß in der Waschecke hocken und sich die langen schwarzen Haare mit Eiswasser waschen *brrrrrrrrr*. So, und dann ist Schule angesagt - erst halb fünf finden sich die Mädels wieder alle im Hostel ein. Ich hab also jeden Tag bis halb fünf Zeit für mich. Mit Wäsche waschen per Hand geht schonmal viel Zeit rum. Auch den Teppich im Zimmer ein bisschen sauberer zu machen braucht gut Zeit, da es dafür eine Art Bürste in einer Plastikschachtel gibt, mit der man dann das ganze Zimmer auf Knien durchrutscht und den Teppich abbürstet :D. Die meiste Zeit verbring ich alerdings lesend, spazierend oder am PC – entweder im schönen Guesthouse-Garten, wo ich grad auch sitze, oder im Office, wenn das Wetter mal wieder bescheiden ist (wie die letzten 5 Tage…). Das Internet funktioniert zur Zeit immer nur manchmal, mit Ausnahme von Skype, das findet fast immer einen Weg in die Welt :D. Bin immernoch beschäftigt mit meinem Auftrag, das schwarze Brett fürs Altenheim zu gestalten. Weil entweder das Wetter nie passte und/oder Lhamo nie da war hat es bis letzten Samstag gedauert, endlich mal das Foto-Projekt durchzuziehen. Das war ein Spaß :) - alle 30 Altenheimbewohner, davon einige auch geistig behindert, vor die Linse zu bekommen und sie dazu zu animieren, ein freundliches Gesicht zu machen – herrlich! :) Mittag gibt’s dann um 13 Uhr. Ess ich aber nicht mit im Hostel, sondern im Office, wo eigentlich auch die Australier anzutreffen sind. Als die nicht da waren, musste ich mich nun allein mit dem total freakigen indischen Typen unterhalten. Ein Typ Mitte vierzig, alleinstehend, aus Delhi, der hier zwei Monate als Lehrer gearbeitet hat (ist gestern überraschend und plötzlich abgereist). Und einer von der Sorte Mensch, der einem ungefragt Dinge von sich erzählt, die man gar nicht wissen will. Dabei fuchtelte er einem beim Reden immer mit beiden Händen so nahe vorm Gesicht rum, dass man ernstlich besorgt um sein Augenlicht war… Aber irgendwie war er auch ein bisschen niedlich und amüsant und ich war immer gespannt, was er mir heute erzählen mag. Eine unserer Unterhaltungen endete schließlich bei seiner völlig ernstgemeinten Feststellung, dass Hitler ein total cooler Typ war, der damals alles richtig gemacht hat und sein Ziel, die Welt zu beherrschen, doch wirklich sehr beeindruckend und beachtenswert sei. Er habe nur einen Fehler gemacht: Selbstmord begangen zu haben. Aha. Is klar. Ziemlich aufgebracht hab ich dann vergeblich versucht, ihm das auszureden und ihm schließlich ans Herz gelegt, diese Meinung nicht allzu laut zu vertreten, falls er mal nach Deutschland kommen sollte… *kopfschüttel*
Von 17 bis 18.30 Uhr haben die Kleinen bis zur 4. Klasse dann Study-Time, als Hausaufgaben-Stunde, die ich jetzt immer mit betreue. Das macht unheimlich Spaß, weil die Kleinen ganz verrückt drauf sind, mir aus ihren Lesebüchern vorzulesen, Gedichte oder Zahlen oder das Alphabet aufzusagen. Ich muss oft die Aussprache berichtigen, aber da sind sie sehr aufmerksam und lernwillig. Ich denke, wir machen schon Fortschritte ;). Wirklich verstehen können mich die Kleinen allerdings nicht, dazu ist das Englisch noch zu schwach. Is aber auch krass, was die alles parallel lernen: Ihre Muttersprache Ladakhi, die tibetische Schriftzeichen benutzt, dann Hindi mit Hindi-Schriftzeichen und dazu noch Englisch! Wenn man so unmittelbar unter den Kinderlein sitzt, bekommt man leider auch die olfaktorische Information, dass sie sich tatsächlich nur einmal die Woche waschen und Wäsche wechseln… Außerdem läuft bei allen Kleinen permanent der Rotz aus der Nase…
Danach halte ich dann ne Stunde für die größeren Mädels ab der 5. Klasse, jeden Wochentag ne andere Klassenstufe. Wir machen ein paar Englisch-Übungen, besprechen Hausaufgaben oder ich bring ein bisschen Deutsch bei. Für die nächsten zwei Wochen bereite ich ein paar Power-Points über Deutschland vor. Die sind ganz verrückt auf Fotos :). Ja, und die verbleibende Zeit bis zum Abendessen wird aufm Hof mit den Kleinen gespielt (die Großen sind meist auf ihren Zimmern – im Übrigen schlafen mindestens 7 Mädchen in einem Zimmer, im Höchstfall 18). Weils abends immer ganz besonders kalt wird und Rumhängen aufm Hof fast unerträglich ist, plädiere ich immer für einen Spaziergang. Finden sie gut, die Mädels, und schlagen sich immer fast darum, wer an meiner Hand laufen darf ;). Um 20 Uhr dann endlich Abendessen (ich weiß nich, wie’s die Mädels machen, 7 Stunden ohne Nahrung so quietschfidel zu bleiben – ich muss nachmittags immer Bananen, Mangos und Kekse essen, um zu überleben) und nach bisschen lesen oder ner Serienfolge aufm Laptop geht’s in den Schlafsack. Irgendwo im Zimmer wohnen Bedbugs, das ist mal klar, auch wenn sie aus mir unerfindlichen Gründen bisher nur zweimal zugeschlagen haben, seit dem ich da wohne. Facebook-Leser wissen, dass letzte Woche mein linker Unterarm aufgrund zweier Bisse so angeschwollen war, dass ich meine Hand kaum mehr bewegen konnte. Irgendwie sah das nach allergischer Reaktion aus. Nach drei Tagen wars aber wieder gut und es gab keine neuen Bisse, weshalb ich schon zweifelte, obs wirklich Bedbugs waren. Hatte ja damals im Altenheim auch keine so krassen Reaktionen… Vorletzte Nacht dann der rechte Unterarm – ich bin nachts aufgewacht, weils juckte und hab auch sofort den Übeltäter entdeckt und getötet. Tut schön weh der Arm. Scheißmist. Wird aber nix dagegen unternommen von Seiten Tashis. Bett von der Wand wegrücken sollte helfen, weil die Viecher wohl aus der Holzdecke über die Wand aufs Bett kommen. Naja, dass das nicht hilft, ist nun bewiesen….
Im Hostel geht grad ne Magen-Darm-Seuche rum – derzeit liegen 10 Mädels flach, jeden Tag genesen welche und kommen wieder neue Krankheitsfälle dazu. Können einem echt nur leid tun die Mäuse, wenn man sie mit Leidensmine zum „Local-Klo“ und wieder zurück ins Bett schlurfen sieht. Das Local-Klo ist ein Klo, wie es die Locals, also die Einheimischen benutzen: ein Natur-Klo, was nur aus einem Loch im Boden besteht, drunter formieren sich die Verdauungs-Restbestände zu einem großen Haufen. Der dolle stinkt. Ich weiß echt nicht und traue mich nicht zu fragen, wie die das dort machen – Inder benutzen ja generell kein Klopapier, sondern Wasser (neben der Toilette ist immer ein kleiner Wasserhahn angebracht und es gibt nen Eimer mit Schöpfkanne). Aber diese Natur-Klos sind eben wirklich nur Löcher – ohne Wasser, ohne Papier. Und die Kinder nehmen definitiv nix mit, wenn sie das Örtchen aufsuchen, ich hab das beobachtet ;). Nun stelle man sich vor, man hat Durchfall… Ich muss doch mal nachfragen...das beschäftigt mich schon die ganze Zeit :D.
In meinem Bad gibt’s übrigens sogar ne richtige Sitztoilette mit ganz normaler Wasserspülung. Und theoretisch wäre auch hier warmes Wasser ausm Wasserhahn möglich – wenn der Boiler nicht kaputt wär (wie im Volunteerhaus, wo ich vorher gewohnt hab). Klar haben die hier wirklich nicht viel Geld, bestimmt gibt’s auch wichtigere Dinge, als kaputte Boiler zu reparieren. Und klar leben die Menschen hier einfach noch ein anderes Leben, auch wenn die moderne westliche Welt natürlich überall ihre Einflüsse zeigt. Dass eher „rückständige“ Länder oder Bewohner mit modernen Errungenschaften dann oft nicht umgehen können, beweisen ja viele Beispiele. Hier zeigt es sich darin, dass kein Wert drauf gelegt wird, die einmal vorhandenen Dinge zu hegen und zu pflegen. Da spendiert eine deutsche Firma eine komplette Solaranlage fürs Girls-Hostel, damit sie jederzeit Wasser warm machen können – und dann gibt diese wenige Wochen nach Inbetriebnahme (is schon paar Jahre her jetzt) den Geist auf, weil die Batterieneinfach nicht ordnungsgemäß Instand gehalten wurden. Isse halt kaputt, die zigtausend Euro teure Solaranlage. Das ist eben wirklich eine andere Mentalität und ich kann nichts dran ändern, muss das so hinnehmen und die Leute ihr Leben so leben lassen – und das kann ich auch, weil ich ja weiß, dass ich hier nicht ewig bleiben und leben muss, sondern bald wieder weg bin. Aber aufstoßen tut es mir und ich ärgere mich deshalb, weil die armen Mädchen drunter leiden müssen. Auch wenn sie wahrscheinlich nicht wirklich drunter leiden, weil sies nicht groß anders kennen. Aber es ist eben NICHT so, dass versucht wird, aus den geringen vorhandenen Mitteln das Beste zu machen. Wenn dem so wäre, würde wahrscheinlich meine Bewunderung darüber überwiegen, dass die Mädels mit so wenig doch so zufrieden sein können und ihr Leben meistern.
Kommen wir nun zu den anfänglich angekündigten Entscheidungen ;). Ich denke schon so ziemlich die ganze Zeit meines Aufenthaltes darüber nach, inwiefern ich hier wirklich sinnvoll und gewinnbringend – sowohl für mich als auch für die Mädels hier – meine Zeit verbringe. Es stellte und stellt sich heraus, dass statt der eigentlich geplanten 4 Monate, also bis Ende August, definitiv 2 Monate völlig ausreichend sind, dass ich hier alles sehen, kennenlernen, fühlen, betrachten, bewerten und in mir aufnehmen kann, ebenso, dass ich den Mädels das mitgeben kann, was ich ihnen beibringen könnte. Ich will nicht noch weitere zwei Monate (auch wenn das Wetter sicherlich dann doch irgendwann mal sowas wie sommerlich werden wird) hier meine Tage irgendwie sinnvoll rumbringen müssen, bis ich dann abends drei Stunden mit den Mädels verbringen kann. Und ich will mich nicht mehr länger über fragwürdige Erziehungsmethoden, frierende und kranke Kinder, Bedbugs, zu spät kommende Obermönche, unorganisierte Mitarbeiter, verdreckte und vermüllte Stadtstraßen, stinkende und umweltverpestende Auspuffgase und eine schreiende Tashi ärgern müssen. Manchmal müssen Pläne eben geändert werden -also habe ich beschlossen, mein Projekt früher zu beenden und Ende Juni hier das Feld zu räumen. Eigentlich wollte ich ja nach meinem Aufenthalt hier noch für ein paar Wochen Indien bereisen und anschauen – im Juli und August ist allerdings Regenzeit in ganz Indien außer Ladakh, also dem nördlichsten Bergzipfel, wo ich grad bin. Das heißt, es regnet beinahe täglich unheimlich viel, und das bei sehr hohen Temperaturen, so dass eine Art Dampfsauna-Klima herrscht. Nicht so ideal also. Im September ist im Grunde auch noch Regenzeit, aber es lässt schon sehr nach und es regnet nicht mehr permanent und ab Oktober beginnt dann erst die eigentliche Reisesaison für Indien, mit trockenem und angenehm warmem Wetter, weshalb ich eben bis Ende August hier bleiben wollte. Ich will nun nicht hierbleiben und ich will nicht in einer dauernassen Dampfsauna Indien angucken. Also komm ich einfach heim! :) Und freu mich ganz wahnsinnig sehr darüber und weiß, dass das die richtige Entscheidung ist.
Ich bleibe jetzt noch zweieinhalb Wochen, also bis Ende Juni, hier im Mahabodhi und seh mal zu, die Zeit noch so sinnvoll und gewinnbringend wie möglich zu verbringen. Dann ziehe ich um nach Leh, wohne da ein paar Tage und mach von dort aus vielleicht noch ein paar Ausflüge in die nähere Umgebung. Und dann geht’s per Bus auf nach Delhi. Sind um die 1000km oder so. Werde mir schön Zeit lassen und mir auf dem Weg dahin alles angucken. Und dann komm ich heim, am 26. Juli geht der Flieger! Ich freu mich soo! Rest-Indien wird dann eben irgendwann später und zur richtigen Zeit mal angeschaut!
So. Das war ein Rekord-Blog-Eintrag :D. Liebste Grüße nach Daheim!
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Guten Morgen, meine Liebe :)
AntwortenLöschenDas war ja mal nen ausführlicher Bericht und nach dem was du geschrieben hast, klingt deine Entscheidung sinnvoll und auch auf der einmonatigen Heimreise wirst du hoofentlich nen bisschen was sehen :)
Und im August kommst du dir dann einfach Nürnberg anschauen, haben tolle Biergärten, Minigolf, Freiluftkino, nen schönen Zoo, Sehenswürdigkeiten und kein Saunawetter :)
Genieß deine Zeit da unten!
Mit liebsten Grüßen
Claudi
Wir freuen uns auch auf dein Kommen!
AntwortenLöschenMa sitzt grad bei mir, haben zusammen gelesen und jetzt gehts endlich ans Bügeln!!! Sie ist ja nicht umsonst hier, gell??? ;-)
Bis bald., drücken dich.
Hihi, ich werde die Zeit nach meiner Rückkehr ganz sicher frei nach dem Motto "arbeitslos und Spaß dabei" verbringen! Bis bahald! :)
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